Bau- und Nutzungsgeschichte des Blauhauses in Gletsch
Entstehung und frühe Zeit
Technische Infrastruktur
Nutzung als Versorgungs- und Personalhaus
Unterkunft und Preise
Gäste und Besonderheiten
Neuere Geschichte
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1871: Bau der ersten Dependance, zweistöckig, vierachsig, mit Satteldach und Lukarnen.
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1893: Erweiterung um drei Achsen und Bau eines Backofens auf der Bergseite.
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1900/01: Weitere Erweiterung um zwei Achsen auf der Nordseite und Aufstockung mit einem Mansart-Walmdach. Damit erhielt das Gebäude sein heutiges Erscheinungsbild.
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1900: Einbau einer Turbine der Firma Theodor Bell AG (Kriens) im Keller.
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Das Kleinwasserkraftwerk lieferte elektrischen Strom für Gletsch.
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Beleuchtung der Hotelfassade, des Gletscherbruchs und der Gemeinschaftsräume mit Kohlebogenlampen.
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Bis 1930 in Betrieb, dann durch ein größeres Kraftwerk ersetzt.
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Das historische Kraftwerk wurde später restauriert und ist heute wieder betriebsfähig und besichtigbar.
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Das Blauhaus war Dienstboten- und Personalhaus für das Hotel Glacier du Rhône.
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Enthielt:
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Schlachtkeller und Räucherkeller
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Käselager (teilweise bis heute genutzt)
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Bäckerei
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Lagerräume und Werkstätten
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Ein Bach leitete Abfälle durch das Gebäude direkt zur Rhone.
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1903/1908: Übernachtung im Einzelzimmer für 2.50 Franken (≈ 28 CHF 2025).
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1950er Jahre: 40 Betten für 5 Franken (≈ 22 CHF 2025).
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1974: 30 Betten ab 14 Franken (≈ 30 CHF 2025).
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1980er Jahre: Übernachtung mit Frühstück für 15.50 Franken, mehrere hundert Male pro Saison genutzt.
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1984: Spezialarrangements für Schulen mit Halbpension für 24 Franken (≈ 39 CHF 2025).
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Max Grundig, deutscher Unternehmer, bevorzugte das Chauffeurzimmer im Blauhaus gegenüber dem Haupthaus.
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Im obersten Stockwerk einfache Bettlager für Jugendgruppen (Pfadfinder, Schulen, Pensionate).
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Damit war das Blauhaus sowohl für einfache Reisende als auch für prominente Gäste von Bedeutung.
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1984: Verkauf der Liegenschaften durch die Familie Seiler an den Kanton Wallis.
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2015: Kauf des Blauhauses durch Walter Benz.
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2021: Neues Dach und Dachstuhl.
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2022/23: Neue Fenster und Fensterläden.
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2024: Übertrag des Gebäudes in die Stiftung historisches Gletsch.
Das Blauhaus ist ein einzigartiges Zeugnis alpiner Tourismusgeschichte. Es vereinte Unterkunft, Versorgung und Technik in einem Gebäude und war ein Ort für Personal, einfache Reisende und prominente Gäste zugleich.
Heute ist es Teil des kulturellen Erbes und wird durch die
Stiftung historisches Gletsch bewahrt.