
Stiftung historisches Gletsch
26. Juli 2026
Lebendige Geschichte am Furkapass: Das Jubiläum «100 Jahre FO» im Zeichen des Wandels.
Das historische Herz des Furkapasses schlug am vergangenen Festwochenende wieder im Takt der Belle Époque. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Furka-Oberalp-Bahn (FO) verwandelte sich die alpine Siedlung Gletsch in einen lebendigen Schauplatz gelebter Eisenbahn- und Kulturgeschichte.
Unter der engagierten Leitung der Berner Sektion des Vereins Furka-Bergstrecke (VFB) wurde das geschichtsträchtige Plateau für Hunderte von Fahrgästen zu einem unvergesslichen Erlebnisort – und bot der Stiftung Historisches Gletsch die perfekte Bühne, um ihre jüngsten Meilensteine zu präsentieren.
Ein Fest für alle Sinne auf dem Bahnhofsgelände und im Hotelgarten
Schon das geschäftige Treiben auf dem Perron weckte Erinnerungen an die grosse Pionierzeit der Alpenbahnen. Während der Lokwechsel zwischen der Diesellok 61 und den historischen Dampflokomotiven der Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB) stattfand, entstand eine ungemein heimelige Atmosphäre. Traditionelle Schwyzerörgeli-Klänge aus dem Appenzell und ein Drehorgel-Duett trugen nostalgische Melodien über das Festgelände. Das historische Gesamtbild wurde perfekt abgerundet durch Reisende in edlen Kostümen des frühen 20. Jahrhunderts und eine stilechte Säumergruppe mit ihren Lasttieren.
Auch das kulinarische und kulturelle Angebot liess keine Wünsche offen:
Walliser Spezialitäten: Die Festbesucher wurden mit authentischen Köstlichkeiten, Kaffee und selbst gebackenem Kuchen verwöhnt.
Vom Grill: Herzhafte St. Galler Bratwürste sorgten für das leibliche Wohl.
Swiss Mountain Gastro: Ein besonderer kulinarischer Anziehungspunkt fand sich im malerischen Hotelgarten, wo der moderne Foodtruck das Fest bereicherte.
Originelle Erfrischung: Eine ausrangierte FBW-Armeetankstelle der Oldtimergarage Höri schenkte kühles Bier aus.
Exklusive Jubiläumssouvenirs: Wer ein bleibendes Andenken an dieses Jahrhundertereignis mit nach Hause nehmen wollte, wurde am Verkaufsstand fündig.
Das Blauhaus: Das wichtigste Projekt der Stiftung Historisches Gletsch
Ein absoluter Publikumsmagnet und stolzer Mittelpunkt des Stiftungsengagements war das markante Blauhaus. Bei strahlendem Sommerwetter bot sich den Zuschauern von hier aus immer wieder derselbe faszinierende Anblick, wenn die kraftvollen Dampfloks ihre Wagen schnaubend am Gebäude vorbei in die Steigung Richtung Muttbach zogen.
Die Stiftung Historisches Gletsch nutzte die Feierlichkeiten, um die gelungene Transformation des geschichtsträchtigen Gebäudes eindrucksvoll vorzustellen:
Exklusive Führungen durch das gesamte Haus: Die hauseigenen Rundgänge nahmen die zahlreichen interessierten Gäste mit auf eine Entdeckungsreise durch die historischen Räumlichkeiten.
Gemütliche Gaststube: Im Erdgeschoss luden regionale Spezialitäten und erlesene Weine zum Verweilen ein – dieses Angebot erfreute sich bereits zum zweiten Mal allergrösster Beliebtheit.
Neue Ausstellung «Gletscherwelt» im Mansardenstock: Ein besonderes Highlight erwartete die Besucher ganz oben unter dem Dach. Die komplett neu gestaltete Dauerausstellung zieht die Gäste mit einer eindrucksvollen Bildersammlung und faszinierenden Fakten in ihren Bann. Sie dokumentiert eindrücklich den Wandel des Rhonegletschers sowie die Pionierzeit, als Gletsch in Spitzenzeiten bis zu 120 Kutschen und 200 Pferde gleichzeitig beherbergte.
Blick in die Zukunft des Alpentourismus in Gletsch
Nicht minder spannend war der Blick auf das traditionsreiche Hotel Glacier du Rhône. Die umfassenden Renovierungsarbeiten zeigten den Besuchern eindrücklich, wie das historische Erbe des Tals nachhaltig bewahrt wird. Schon heute ist spürbar, wie hier in wenigen Jahren moderner Komfort und der unvergleichliche Charme der goldenen Ära des Alpentourismus miteinander verschmelzen werden.
Das Jubiläum «100 Jahre FO» hat einmal mehr bewiesen, dass der Mythos Gletsch durch das unermüdliche Engagement der Stiftung Historisches Gletsch und ihrer Partner lebendig bleibt. Das Blaue Haus hat sich an diesem Festwochenende eindrücklich als neues, starkes Fundament für die Kultur- und Naturvermittlung am Furkapass bewiesen.